A4 in Thüringen


Auch die Autobahnplanungen in Thüringen gehen auf die 1926 gegründeten HAFRABA zurück.
Bereits Ende der 1920er Jahre sah der Verein für Thüringen zwei Verbindungen vor. Einmal eine Verbindung aus Richtung Kirchheim nördlich an Eisenach und Weimar vorbei, weiter in Richtung Bad Kösen, nordwestlich Naumburg und nördlich von Weißenfels sollte sie auf Höhe von Bad Dürrenberg auf die heutige A9 treffen.
Diese Planungen wurden von der GeZuVor 1933 übernommen und um 1936 geändert. Nun sollte die Strecke etwas nördlicher über Straußfurt, Artern, südlich Eisleben und nördlich von Halle führen und bei Bitterfeld auf die Strecke Berlin - München treffen.
Soweit bekannt ist wurden noch bis 1938/39 mit dem Weiterbau der Strecke Halle - Magdeburg im heutigen Sachsen - Anhalt begonnen um die Strecke Kirchheim - Bitterfeld optimal einbinden zu können. Dies wurde aber nach wenigen Monaten wegen der Kriegsvorbereitungen wieder eingestellt.
Als Zweite wichtige Verbindung sahen die Planungen der HAFRABA die Anbindung Ostsachsens vor. Hierzu sollte nördlich von Gotha / Erfurt eine Nebenstrecke abzweigen und südlich vorbei an Weimar, Jena weiter in Richtung nördliches Gera führen.
Diese Planungen wurden 1933 von der GeZuVor übernommen und mit geringen Abänderungen ab 1935 von der Organisation Todt zur Bauausführung gebracht.
Da man hier auf der Nebenstrecke mit weniger Verkehrsaufkommen in Thüringen rechnete sollte hier durch eine sehr "Natur- und Landschaftsnahe" Streckenführung vorallem der Autotourismus gefördert werden. Hierzu führte man die Strecke vorbei an Sehnswürdigkeiten oder landschaftlich bedeutende Gebieten und richtete erstmals wie im Leutratal Naturschutzgebiete entlang der Strecke ein.
Ebenfalls wird die Strecke bewust im ostthüringischen Raum über tiefe Täler geführt um größere Talbrücken bauen zu müssen. Diese dienten vorallem als touristische Ziele und sollten von der "Leistungsfähigkeit" des Reiches künden.
Vorallem wurde der Bau der Teufelstalbrücke propagandawirksam in Szene gesetzt.

Bau der Teufelstalbrücke 1936

Teufelstalbrücke um 1955

Sie galt mit ihrer Bogenspannweite von 138m als siebtgrößte Stahlbetonbogenbrücke weltweit und als ingeneurtechnische Meisterleistung im Deutschen Reich. War sie doch die erste in Deutschland gebaute Brücke ihrer Art über ein 250 Meter breites Tal.

Zeitzgrundbrücke um 1937

Weitere Talbrücken wie die Zeitzgrundbrücke und Podelsatzbrücke wurden als Balkenbrücken ausgeführt, waren aber von ihrer Größe ebenfalls nicht weniger beeindruckend.

Podelsatzbrücke (Grünzigtalbrücke) um 1937

Desweiteren wurden auch Steinbogenbrücken im weiteren Verlauf gebaut und sollten wie bei allen Talbrücken dieser Größe mit ihren Parkplätzen zum erkunden der näheren Umgebung einladen.
Der Erste Abschnitt vom Hermsdorfer Kreuz bis Jena wurde 1937 eröffnet, 1939 folgte der nächste Abschnitt bis südlich von Weimar.
Wann nun aber die Streckenführung südlich von Erfurt und Gotha bis Eisenach durch die Hörselberge in Planung ging ist heute nicht mehr nachvollziehbar.
Baubeginn war wohl um die Jahre 1938/39. Nach und nach wurden hier aber die Arbeiter bis 1940 von der Strecke abgezogen, so das hier teilweise die zweite Fahrbahn nicht mehr gebaut wurde. Bei Trenkelhof mußte sogar die Verkehr über eine provisorische Trasse geführt werden da hier nicht mehr der Abzweig in Richtung Bamberg gebaut werden konnte.
1941 konnte noch der kurze Abschnitt zwischen Eisenach Ost und West eröffnet werden.
Im weiteren Verlauf wurden die Planungen und Vorbereitungen zum Bau der Werratalbrücke eingestellt.
Noch bis 1943 wurde zwischen dem Werratal und Bad Hersfeld zum Größten Teil nur noch mit Zwangsarbeitern der Bau weiter ausgeführt.

 

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