Elstertalbrücke Pirk

Bereits im Sommer 1938 nehmen die Bauvorbereitungen im Elstertal konkrete Formen an. Zu diesem Zeitpunkt wurden neben der Einrichtung der Baustelle und des Baulagers auch schon mit dem Ausheben der Fundamente begonnen. Offiziell wird der Baubeginn für die Elstertalbrücke jedoch zum Jahresende 1938 angegeben. Mit ihrer Gesamtlänge von 505m und einer maximalen Höhe von 60m über der Weissen Elster sollte sie die Grösste selbstragende Steinbogenbrücke in Europa werden.

Da aber der Arbeitskräftemangel wegen des zweiten Weltkrieges immer weiter zunahm wurde an weniger dringlichen Reichsautobahnen der Bau bereits 1940 nach und nach eingestellt.

Somit ruhten auch ab 1940, nur einige Monate vor der geplanten Verkehrsübergabe, die Arbeiten an der Elstertalbrücke.

Mit der Teilung Deutschlands 1945 und der zunehmenden Grenzsicherung ab 1961 bestand in der DDR kein Bedarf mehr diesen Autobahnabschnitt zwischen Pirk und Kleinzöbern zu vollenden. Nun lag die Elstertalbrücke ca. 1,5 km nordöstlich vom Sperrgebiet zur BRD.

Erst mit der politischen Wende 1989 und der Öffnung der Innerdeutschen Grenze bekam die Strecke Hof - Chemnitz "über Nacht" ihre verkehrstechnische Bedeutung zurück.

Bereits im November 1989 wurde gesperrte Abschnitt zwischen der AS Hof / Töpen und Kleinzöbern nach provisorischer Wiederherstellung der Fahrbahn für den Verkehr wieder freigegeben.

Noch im selben Jahr wurde dann der grundhafte Ausbau zwischen der A9 und Pirk ab 1990 beschlossen.

Voruntersuchungen an der Talbrücke ergaben aber das ein Abriss und ein kompletter Neubau wirtschaftlicher ist da das Bauwerk erhebliche Schäden durch den Verfall aufwies und zukünftig die Gewölbe einen neuen Überbau von 29,5m Breite nicht tragen können.

Aber dabei wurde Unterhalb der Brücke zur Überraschung aller der alte Lagerplatz für die Steinquader wieder entdeckt. Diese Quader waren noch fast alle vorhanden und wurden für den Weiterbau neu katalogisiert und konnten nun an ihrer zugedachten Stelle eingebaut werden.

Josef Scheidler, Leiter des Sachgebietes Tunnel- und Brückenbau in der obersten Baubehörde des Freistaates Bayern, sah jedoch eine Möglichkeit durch Umbau der Widerlager und durch aufsetzten einer Stahlbetonbrücke und das Ableiten der Kräfte direkt über die Stützpfeiler und über das südliche Widerlager die Brücke zu erhalten.

Seinem unermütlichen kämpfen ist es zu verdanken das das Bauwerk erhalten wurde. Ihm zu Ehren wurde eine Gedenktafel an der Brücke angebracht.

Die Sanierungs- und Umbaukosten beliefen sich auf ca. 41 Mio. € (80 Mio. DM).

Am 6. September1993 wurde nach 50 Jahren Baustillstand der letzte Abschnitt der Autobahn Chemnitz - Hof dem Verkehr übergeben.


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Sommer 2012

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